PROCESS OF MAKING BINDERLESS BRIQUETS FROM STEELWORKS DUSTS
Document Number
CA Patent 1299372
Publication Date
1992-04-28
Link
Inventors
SZEKELY LADISLAU (DE)
STIELER FRED (DE)
Abstract
Abstract of
CA1299372
To produce smeltable briquets, steelworks dusts containing more than 15% metallic iron are heated in an indirectly heated rotary kiln to a briquetting temperature in excess of 500.degree.C under an atmosphere which is inert to the metallic iron. The heated dusts are briquetted in the briquetting roll pressure an inert atmosphere and under a roll pressure from 60 to 150 kN/cm roll width. The hot briquets are separated from the fines under an inert atmosphere and are aircooled to a temperature below 130.degree.C. The fines are recycled to the rotary kiln.
1. Verfahren zur Herstellung von bindemittellosen Briketts für den Einsatz in eine Verhüttung aus metallisches Eisen enthaltenden feinkörnigen Stahlwerksstäuben, wobei die Stahlwerksstäube aufgeheizt werden, im heissen Zustand auf einer Walzenbrikettierpresse brikettiert werden, und die heissen Briketts mit Luft abgekühlt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stahlwerksstäube mit einem Gehalt an metallischem Eisen von mehr als 15 % in einem indirekt beheizten Drehrohr unter in Bezug auf das metallische Eisen inerter Atmosphäre auf eine Brikettiertemperatur von über 500 DEG C aufgeheizt werden, die aufgeheizten Stäube in der Walzenbrikettierpresse unter inerter Atmosphäre mit einem Walzendruck von 60 bis 150 kN/cm Walzenbreite brikettiert werden, die heissen Briketts unter inerter Atmosphäre vom Feinanteil abgetrennt werden, die Briketts mit Luft auf eine Temperatur unter 130 DEG C abgekühlt werden, und der Feinanteil in das Drehrohr zurückgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das aus dem Drehrohr austretende aufgeheizte inerte Gas in das Drehrohr zurückgeleitet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Brenngas und/oder die Brennluft für die Beheizung des Drehrohres in einem Wärmeaustauscher durch das austretende Rauchgas vorgewärmt wird.
Description
Verfahren zur Herstellung von bindemittellosen Briketts aus Stahlwerksstäuben
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von bindemittellosen Briketts für den Einsatz in eine Verhüttung aus metallisches Eisen enthaltenden feinkörnigen Stahlwerksstäuben, wobei die Stahlwerksstäube aufgeheizt werden, im heissen Zustand auf einer Walzenbrikettierpresse brikettiert werden, und die heissen Briketts mit Luft abgekühlt werden.
Bei der Stahlherstellung fallen, z.B. in den Elektrofiltern der Entstaubung der Abgase aus Konvertern und Elektrolichtbogenöfen, sehr feinkörnige Stäube an, die einen hohen Gehalt an Fe2O3, FeO und metallischem Eisen haben. Der Gehalt an CaO und MgO ist stark schwankend und kann Bereiche von 3 - 30 % erreichen.
Die feine Körnung der Elektrofilterstäube von etwa 60 % kleiner 0,045 mm und ihre grosse spezifische Oberfläche von 7000 - 9300 cm<2>/g führt zu einem niedrigen Schüttgewicht von etwa 1 t/m<3> bei einem spezifischen Gewicht von etwa 5 g/cm<3> und einer hohen Reaktionsfreudigkeit des Gehaltes an metallischem Eisen und FeO mit Sauerstoff oder sauerstoffhaltigen Gasen bei Temperaturen über etwa 130 DEG C. Bei einem Gesamtgehalt an Eisen von 60 - 75 % liegt der FeO-Gehalt üblicherweise bei 15 - 25 %, und der Gehalt an metallischem Eisen beträgt bis zu etwa 24 %.
Bei in Verdampfungskühlern anfallenden Stäuben schwankt der Gehalt an CaO und MgO wie bei den Elektrofilterstäuben. Die Körnung dieser Stäube ist wesentlich gröber und liegt etwa zu 90 % zwischen 0,045 und 1 mm. Das Schüttgewicht liegt bei etwa 3 t/m<3> und das spezifische Gewicht bei etwa 6 g/cm<3>. Der Gesamtgehalt an Eisen liegt bei 80 - 93 %, der FeO-Gehalt bei 2 - 10 % und der Gehalt an metallischem Eisen bei 70 - 88 %. Bei etwa 350 DEG C wird sowohl das metallische Eisen als auch der FeO-Gehalt mit Sauerstoff aus der Umgebung oxidiert.
Die Oxidationsneigung dieser Stäube ist so gross, dass jedes Sauerstoff-Angebot aus der Umgebung zur Oxidation führt, wobei auch ein CO2-Gehalt in Rauchgasen unter CO2-Spaltung zur Oxidation führt. Bei einem Versuch mit 650 DEG C Staubtemperatur wurde in Rauchgasen durch CO2-Spaltung in Sauerstoff, CO und Russ eine Oxidation festgestellt, die einer Oxidation von etwa 9,4 % Fe zu FeO entspricht.
Aufgrund dieser Eigenschaften ist eine Lagerung und Wiedereinsetzung dieser Stäube in unbehandelter Form nicht möglich.
Aus der DE-PS-3 223 203 ist es bekannt, diese Stäube zu brikettieren, wobei die Stäube mit einer Temperatur von mehr als 200 DEG C vor dem Brikettieren mit oxidierenden Gasen durchblasen werden und durch Oxidation eines Teiles des metallischen Eisens die Temperatur der Stäube auf 450 - 650 DEG C erhöht wird. Die Brikettierung erfolgt auf einer Walzenbrikettpresse mit einem Walzenpressdruck von mehr als 6 kN/cm Walzenbreite. Die heissen Briketts werden in einem Luftstrom auf eine Temperatur unter 100 DEG C abgekühlt. Durch die erforderliche Reoxidation des metallischen Eisens wird dabei die vorherige Reduktionsarbeit, die unter erheblichem Energieaufwand erfolgte, wieder zunichte gemacht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, solche Stäube ohne Reoxidation zu brikettieren und dabei in wirtschaftlicher Weise auch bei schwankenden Gehalten an metallischem Eisen, FeO, CaO und MgO Briketts mit konstanten Qualitäten zu erzeugen.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäss dadurch, dass die Stahlwerksstäube mit einem Gehalt an metallischem Eisen von mehr als 15 % in einem indirekt beheizten Drehrohr unter in Bezug auf das metallische Eisen inerter Atmosphäre auf eine Brikettiertemperatur von über 500 DEG C aufgeheizt werden, die aufgeheizten Stäube in der Walzenbrikettierpresse unter inerter Atmosphäre mit einem Walzendruck von 60 bis 150 kN/cm Walzenbreite brikettiert werden, die heissen Briketts unter inerter Atmosphäre vom Feinanteil abgetrennt werden, die Briketts mit Luft auf eine Temperatur unter 130 DEG C abgekühlt werden, und der Feinanteil in das Drehrohr zurückgeführt wird. Es kann eine Staubart oder ein Gemisch aus mehreren Staubarten verwendet werden. Das Drehrohr wird in einem Aufheizofen von aussen durch heisse Gase als Heizmittel auf die gewünschte Temperatur aufgeheizt.Die Stäube werden in das Beschickungsende des Drehrohres chargiert, wandern durch dieses Rohr und treten mit der gewünschten Temperatur am anderen Ende des Rohres aus. Diese Temperatur liegt zwischen 500 und 850 DEG C und richtet sich nach der Art der Stäube. Die optimale Temperatur kann durch Versuche ermittelt werden. In das Drehrohr wird ein inertes Gas, vorzugsweise Stickstoff am Beschickungsende eingeleitet und am anderen Ende abgezogen. Das Drehrohr ist gegen den Eintritt von Luft abgedichtet. Die heissen Stäube werden unter Luftabschluss, vorzugsweise über ein geschlossenes Schurrensystem in die Walzenbrikettierpresse geleitet. Der Austrag der Walzenbrikettierpresse wird in eine Siebung geleitet, wo das Feinkorn abgetrennt und wieder in das Drehrohr zurückgeleitet wird. Das ganze System steht unter einer inerten Atmosphäre.Die heissen Briketts werden, z.B. auf einem Plattenband, mittels hindurchgeblasener Luft schnell abgekühlt.
Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, dass das aus dem Drehrohr austretende aufgeheizte inerte Gas in das Drehrohr zurückgeleitet wird. Dadurch wird das inerte Gas wieder verwendet und auch sein Wärmeinhalt wieder in das Drehrohr eingebracht.
Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, dass das Brenngas und/oder die Brennluft für die Beheizung des Drehrohres in einem Wärmeaustauscher durch das austretende Rauchgas vorgewärmt wird. Dadurch wird die zur Aufheizung erforderliche Energiemenge in einfacher Weise verringert.
Die Erfindung wird anhand der Figur und eines Beispieles näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Anlage zur Brikettierung der Stäube.
Aus dem Bunker (1) wird Elektrofilterstaub und aus dem Bunker (2) Verdampferkühlerstaub abgezogen und in die Förderleitung (3) (Redler, Becherwerk) eingespeist. In die Förderleitung (3) wird über Leitungen (4) und (5) Stickstoff eingeleitet. Die Stäube werden aus der Förderleitung (3) in die Förderschnecke (6) und von dort in das Drehrohr (7) im Aufheizofen (8) chargiert. In den Ringraum (9) des Aufheizofens (8) wird über Leitung (10) Luft und über Leitung (11) brennbares Gas eingeleitet und im Ringraum (9) verbrannt. Das Abgas wird aus dem Ringraum (9) über Leitung (12) abgezogen und durch die Wärmeaustauscher (13) und (14) geleitet, in denen die Luft und das Gas vorgewärmt werden. In das Drehrohr (7) wird über Leitung (15) Stickstoff eingeleitet. Der Stickstoff wird über Leitung (16) aus dem Drehrohr (7) abgezogen und wieder zurückgeführt. Die aufgeheizten Stäube werden aus dem Drehrohr (7) in ein geschlossenes Schurrensystem (17) ausgetragen und in die Beschickungsschnecke (18) chargiert. Von dort gelangen sie in die Walzenbrikettierpresse (19). Der Austrag der Walzenbrikettierpresse (19) gelangt in die Siebstation (20), aus welcher die heissen Briketts über Leitung (21) auf das Plattenband (22) und das Feingut über Leitung (23) in die Förderleitung (24) chargiert werden. Über Leitung (25) wird Stickstoff in die Siebstation (20) und über Leitung (26) in die Förderleitung (24) eingespeist. Über Leitung (27) wird auf dem Plattenband (22) Luft durch die Briketts geblasen.Die gekühlten Briketts werden in den Bunker (28) gefördert und aus diesem abtransportiert. Über Leitung (29) kann heisser Staub unter Umgehung der Walzenbrikettierpresse (19) in die Förderleitung (24) und damit in das Drehrohr (7) zurückgeführt werden. Über Leitung (30) kann Staub aus dem System ausgeschleust werden.
Das ganze System ist gasdicht miteinander verbunden, auch an den Stellen, die zur Vereinfachung durch Striche verbunden dargestellt sind.
Ausführungsbeispiele:
Das Drehrohr hatte einen Innendurchmesser von 0,62 m und eine Länge von 4,5 m und war mit 6 Brennern ausgerüstet. Die Stäube wurden unter Stickstoffatmosphäre aufgeheizt. Die Durchsatzleistung betrug 0,25 t/h.
Es wurde eine Mischung aus 60 % Elektrofilterstaub und 40 % Verdampfungskühlerstaub und eine Mischung aus jeweils 50 % der beiden Stäube eingesetzt. In Versuch 1 betrug die Aufheiztemperatur 680 DEG C und im Versuch 2 600 DEG C.
<tb>Druckfestigkeit, kalt (N/Brikett)<SEP>5685<SEP>5845
<tb>
<tb>SubHead Col 1: Chem. Zusammensetzung der Briketts
<tb>Feges<SEP>80,3 %<SEP>82,2 %
<tb>Femet<SEP>48,0 %<SEP>54,8 %
<tb>FeO<SEP>15,4 %<SEP>13,0 %
<tb></TABLE>
Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass die Stäube ohne Reoxidation in Brikettform überführt werden könnten, wobei Briketts mit sehr guten Eigenschaften auch bei schwakender Zusammensetzung der Stäube erzielt werden können. Die Aufheizung in der Drehtrommel ermöglicht eine Konstanthaltung des Füllungsgrades unabhänging vom Fliessverhalten der Stäube infolge starker Schwankungen des Gehaltes an CaO und MgO, so dass ein gleichmässiger Austrag und eine gleichmässige Temperatur gesichert sind. Wegen der guten Abdichtungsmöglichkeiten ist nur ein geringer Stickstoffstrom zur Inertisierung erforderlich.